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Aktuelle Publikation: Das Adressbuch des Kreises Schlawe 1928

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Jahrestreffen der AGOFS in Herford/Westfalen vom 18.10. - 19.10.2003

Am Samstag, den 18. Oktober 2003, trafen sich 16 Mitglieder, Teilnehmer und Interessenten der Arbeitsgemeinschaft "Orts- und Familienforschung Schlawe" zu ihrer jährlichen Zusammenkunft. Tagungsort war diesmal das Waldesrand-Hotel in Herford. Die Liste der Teilnehmer sowie ihre Anschriften und Forschungsschwerpunkte sind in der Anlage dieses Protokolls abgelegt. Sämtliche Erwartungen, die im Vorfeld an diese Tagung gesetzt waren, wurden erfüllt bzw. sogar übertroffen. Der Zusammenhalt der verschiedenen Teilnehmer untereinander sowie der hohe Grad an Übereinstimmung in allen wichtigen Fragen legte diesmal ganz besonders die Dynamik und das Potential der Arbeitsgemeinschaft "Orts- und Familienforschung Schlawe" zutage; Eindrücke, die uns alle beeindruckten und auf die wir stolz sein können.

Erstes Kennenlernen der Teilnehmer und Zusammenkunft am Vorabend der Tagung Am späten Freitagnachmittag, am 17.10.2003, trafen sich die Tagungsteilnehmer, die bereits an diesem Tag angereist waren, um 19.30 Uhr zu einem gemeinsamen Abendessen im Hotel und zu ersten Gesprächen. Danach bezog die Runde den Tagungsraum des Hotels, der bereits mit der umfangreichen AGOFS-Ausstellung bestückt worden war. An dieser Stelle vielen Dank an Michael Kallas, Dr. Ulrich Neitzel und Thorsten Sick, die neben mir sehr umfangreiche Unterlagen und Dokumente für diesen Zweck zur Verfügung gestellt hatten. Nicht zuletzt auch großes Lob an die anderen Teilnehmer, die mit ihren teilweise sehr ausführlichen Forschungsarbeiten das Gesamtbild abrundeten. Hervorgehoben werden sollen an dieser Stelle die originalen Kirchenbücher von Altschlawe, Stemnitz und Barzwirtz, das Kösliner Amtsblatt von 1835, die Werke von Brüggemann sowie eine umfangreiche Sammlung der Baltischen Studien etc. Ebenso stand den Tagungsteilnehmern eine umfangreiche technische Ausstattung (PC, Drucker, Scanner, Mikrofich-Lesegerät) zur Verfügung. Bereits an diesem Abend begann der sehr rege Erfahrungs- und Informationsaustausch zwischen den Teilnehmern, der sich stets vor und nach den einzelnen Programmpunkten und während des gesamten Rahmenprogramms fortsetzte. Ebenfalls an diesem Abend wurde vereinbart, zwei weitere Punkte in das Rahmenprogramm aufzunehmen: Die Besichtigung der Wassermühle Kemena in Löhne-Gohfeld am Samstag und die Erwanderung und Besteigung des Herforder Bismarckturms am Sonntagmorgen.

Tagungsbeginn und Programm am 18. Oktober Zum offiziellen Beginn der AGOFS-Tagung am 18.10.03 begrüßte Mathias Sielaff um 10.00 Uhr die versammelten Orts- und Familienforscher. Nach einer kurzen Einführung erhielt jeder Teilnehmer Gelegenheit, sich und seine Forschungsgebiete mit einigen Sätzen vorzustellen. Gemeinsamkeiten und Überschneidungen in den Themenschwerpunkten wurden dadurch deutlich, die später in Gesprächen weiter vertieft werden konnten.

Im ersten Vortrag der Tagung stellte Mathias Sielaff seinen Bericht über "Konzept und Werdegang der AGOFS 2000-2003" vor. Darin wurden sehr ausführlich die Grundsätze und Zielsetzungen unseres Zusammenschlusses erläutert. Die AGOFS ist damit ein "Dritter Weg" im Feld der Orts- und Familienforschung: Sie ist einerseits kein Verein mit fester Mitgliedschaft und Beiträgen. Andererseits ist sie mehr als nur ein Einzelforscher, der auf sich alleine gestellt arbeitet. Die AGOFS verbindet die Vorteile beider Modelle, ohne die jeweiligen Nachteile zu übernehmen, indem sie Arbeitsteilung anstrebt und jeder Teilnehmer das Maß seiner Mitarbeit selbst bestimmt. Weitere Themen des Vortrages waren Mitgliederentwicklung, Finanzen sowie die Schriftenreihe "Genealogische Schriften für Ostpommern". Außerdem wurde der gegenwärtigen Stand der aktuellen Projekte vorgestellt und von den Teilnehmern diskutiert. Derzeit werden mehrere Projekte sehr konkret und intensiv bearbeitet, so dass diese bereits im kommenden Jahr zum Abschluss, d. h. zur Veröffentlichung, gebracht werden können. "Die Mühlenchronik des Kreises Schlawe", "Die Ortschronik Wendisch-Tychow" und "Die Ortschronik Altschlawe" sind dabei die aktuellsten Themen.

Mittags fand die Tagung ihre geplante Unterbrechung im Rahmen eines gemeinsamen Mittagessens im Restaurant.

Gespräche, Diskussionen und Vorträge auf der AGOFS-Tagung 2003 in Herford

 Foto: M. Kallas

Anschließend setzte Thorsten Sick gegen 14.00 Uhr mit seinem Vortrag "Über die Möglichkeiten der pommerschen Familienforschung in Archiven und Bibliotheken. Ein Erfahrungsbericht" den Programmteil fort. Er berichtete darin von den drei Säulen der genealogischen Forschung: Personenstandsunterlagen (Standesamtsregister, Kirchenbücher, Kirchenbuchduplikate), Literatur (Zeitungen, Adressbücher, Amtsblätter) sowie Archivmaterial (Testamente, Grundbücher etc.). Anhand eindrucksvoller Beispiele aus den verschiedensten Bereichen verdeutlichte Thorsten Sick, welche Möglichkeiten vorhanden sind und wo man für seine eigenen Forschungen weitere Ansatzpunkte finden kann.

Nach einer kurzen Kaffeepause folgte ab 15.30 Uhr der 3. Vortrag des Tages. Michael Kallas führte am Beispiel seiner eigenen, sehr umfangreichen Familienforschung Unnasch in drei Schritten auf, wie sich die Ahnenreihe zunächst als nacktes Datengestell erstellen und dann durch vielerlei Beiwerk aus den unterschiedlichsten Quellen mit Leben erfüllen lässt. Letztlich wird in einem dritten Schritt der einzelne Vorfahre in die Geschichte seines Heimatdorfes, für den ausgewählten Fall war es Wendisch-Tychow Kreis Schlawe (Pommern), einbettet. Wichtige Hinweise waren die Kirchenbücher in diversen Archiven, aber auch Archive-Records der Mormonen aus den USA. Neben vielen Mitforschern, die seine Bemühungen unterstützten, half manches mal auch der Zufall weiter, dass Wissen um die vergangenen Generationen neu zu entdecken.

Im Anschluss des Vortrages versammelten sich 11 Teilnehmer auf dem Hotel-Parkplatz zur gemeinsamen Weiterfahrt nach Löhne-Gohfeld. Im dortigen Mühlenmuseum der ehemaligen Wassermühle Kemena erwartete uns der vormalige Müllermeister zu einer sehr kurzweiligen Besichtigung der Mühle mit ausführlicher Führung und interessanten Erläuterungen. Die Mühle war 1893 angelegt worden und bis 1991 in Betrieb. An den vielen originalen Einrichtungsgegenständen konnte der technische Ablauf und die Tätigkeit des Müllers veranschaulicht werden. Der gemeinsame Eintrag ins Gästebuch des Mühlenmuseums beschloss diesen Ausflug in die Mühlengeschichte Ostwestfalens.

Nach der Rückkehr im Waldesrand-Hotel erfolgte das gemeinsame Abendessen im Restaurant. Danach stand allen Interessierten ab 21.30 Uhr der Tagungsraum mit den umfangreichen Ausstellungsstücken wieder zur Verfügung. Dieses Angebot wurde von fast allen Tagungsgästen angenommen und teilweise bis spät in die Nacht genutzt. Der sehr rege Erfahrungs- und Informationsaustausch des Vorabends fand seine Fortsetzung. Ebenfalls wurden Filmausschnitte aus dem Video von Manfred Seidenberg über den Kreis Schlawe 2001 gezeigt. Schwerpunkt dabei war die Stadt Schlawe, die teilweise in der sehr eindrucksvollen Gegenüberstellung alter Postkarten und Videoaufnahmen der Gegenwart filmisch bereist wurde.

Am Sonntag, um 10.00 Uhr, hielt Gunthard Stübs seinen Vortrag über "Die pommersche Familienforschung im Internet". Darin führte er nach einer ausführlichen Begriffserklärung aus, welche Informationen wo im Internet wie zu finden sind. Suchmaschinen, private und offizielle Webseiten bieten eine Fülle von wichtigen Informationen. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Ausführungen war das Thema Datenbanken im Internet. Anhand einiger eindrucksvoller Beispiele, nicht zuletzt seiner http://pommernkontakte.de , verdeutlichte Gunthard Stübs, dass die Möglichkeiten für Orts- und Familienforscher beinahe unerschöpflich sind. Es war niemand unter den Zuhörern, der nicht durch diesen Vortrag noch hilfreiche Ansatzpunkte erfuhr.

Feedbackrunde Zum pünktlichen Ende der AGOFS-Jahres-Tagung bat Mathias Sielaff gegen Mittag die Teilnehmer in einer Feedbackrunde um eine abschließende Stellungnahme. Dabei wurden sehr viel Lob und Anerkennung für die Tagung und den professionellen Verlauf ausgesprochen. Die Teilnehmer verlassen mit vielen neuen Eindrücken und Kontakten den Ort der Veranstaltung. Es war der ausdrückliche Wunsch aller Anwesenden, ein Protokoll der Tagung zu erstellen, darin die Teilnehmerliste zu verschicken und dieses auch vollständig den Forschern zukommen zu lassen, die aus diversen persönlichen Gründen nicht in Herford dabei sein konnten. Abschließend wurde der Termin der nächsten Jahres-Tagung auf den 16./17. Oktober 2004 festgesetzt. Wo und in welchem Rahmen diese Veranstaltung dann stehen wird, wird zu einem späteren Zeitpunkt entschieden. Es war der Wunsch der meisten Tagungsteilnehmer, im nächsten Jahr in ähnlicher Art und Weise wieder zusammen zu kommen.

 

 

 

 

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